Soultz, il y fait bon vivre
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Und die Mauersteine von Soultz murmelten leise,
in Erinnerung an vergangene Tage…

Hier klicken, um einige historische Fakten über Soultz zu lesen

La place de la République
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Die Postkarte

Jeder kennt diesen Ausblick auf den Platz der Republik, den man früher den großen Marktplatz nannte.

Ein zweistöckiger Erker

Der Platz hat auch heute noch Charme und Charakter, mit seinem stolzen Rathaus*, seinem eindrucksvollen Stadtbrunnen, beide wurden im19. Jahrhundert errichtet, und seinen Bürgerhäusern, wo die ehemaligen herausgewölbten Ladentische oder Fleischerbänke der Händler ihren Platz den heutigen, modernen Schaufenstern überlassen haben.

Der zweistöckige Erker an der Ecke des Fremdenverkehrsamtes*, der fest auf seinem Sandsteinsockel sitzt schaut lächelnd, mit Geranien geschmückt, auf die steinerne Statue des Heiligen Mauritius* herab, die ihm gegenüber auf dem Stadtbrunnen unbeirrt das Geschehen auf dem Platz beobachtet.

L'Office de Tourisme
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L'Église Saint-Maurice
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Ein Pfeil weist in den elsässischen Himmel

Die Kirche, die demselben Heiligen geweiht ist, lässt ihre eleganten ocker- und rosafarbenen Linien aus den umstehenden Kastanienbäumen herausragen. Ihr achteckiger Kirchturm mit dem eigenartigen durchbrochenen Umgang endet als schiefer-blaue Pfeilspitze, in der sich der Himmel spiegelt. Dieses schöne Bauwerk, das zwischen 1270 und 1489 errichtet wurde, hat trotz seiner extremen Nüchternheit ein stolzes Aussehen. Arm an Kunstwerken und Dekorationsmalereien findet das Auge trotzdem Gefallen an einem im 14. Jahrhundert gemeißelten Tympanon, der den Heiligen Mauritius* als Ritter darstellt. Dieser überragt die Szene, die die Verehrung der Heiligen drei Könige präsentiert.

Die Silbermannorgel und die Mauerfresken

Es lohnt sich wirklich, das Kircheninnere zu besuchen.
Trotz ihrer etwas nüchternen Eleganz, die jedoch von einer perfekten Ordnung des Stils zeugt, kann man in ihr eine wunderbare von Jean André Silbermann* 1750 erbaute Orgel* ( das Orgelgehäuse ist seit dem 18 Juli 1977 als historisches Denkmal klassifiziert), eine außer-gewöhnliche rheinische Madonna in Naturgröße und einen in Holz geschnitzten polychromen Heiligen Georg, im Kampf mit dem Drachen finden.
Eine wunderschöne Renaissance-Kanzel entgeltet für das Fehlen des Mobiliars der gleichen Epoche, das bei der Restaurierung von 1880 neugotischer Einfachheit weichen musste, die seither aber ebenfalls wieder verschwunden ist…
In beiden Armen des Querschiffes kann man zwei Wandnischengräber von der Adelsfamilie von Pfaffenheim finden, die im 13. und 14. Jahrhundert im Dienste des Bischofs von Straßburg gestanden hat.

L'orgue Silbermann
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La rue des Soeurs
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Die Häuser von Soultz…

Nur wenige Schritte von der Kirche entfernt können Sie die Schwesterngasse (rue des Sœurs) entdecken.
Einige, leider seltene, Fachwerkhäuser, deren ausladendende Vorbauten sich über die Straße beugen, scheinen Sie zu einem Besuch einladen zu wollen.

Nur ganz selten findet man noch ein kompletes Fachwerkgebäude. Einige wenige, vor allen Dingen Giebelwände, sind schon zu finden, aber selten sieht man eine ganze Fachwerkfassade.
Die Stadt ist in einer Steingegend errichtet, drum wurde der Stein beim Bauen bevorzugt. Sie kann und will nicht mit den anderen Städten und Dörfern, die den pittoresken Reiz der elsässischen Weindörfer oder die des Sundgaus ausmachen rivalisieren, denn sie ist von der Auffassung her nicht zu vergleichen
.

...haben ihren eigenen Charme

Über die ganze Stadt verteilt können Sie etwa 20 Häuser bewundern, mit sich stolz erhebenden Treppentürmchen, neben den mit Hohlkehlen verzierten Torbögen, die oft der Eingang zum Keller sind.
In der Mitte dieser Torbögen ist meistens die Jahreszahl, manchmal eine Pflugschar oder ein Rebmesser eingemeißelt.
Ebenfalls eingraviert wurden die Initialen der Erbauer oder Besitzer dieser Häuser, jener alteingesessenen Soultzer Familien, die oft heute noch heute darin wohnen.
Die Fenster öffnen sich in reichverzierten, steingehauenen Fensterrahmen, in denen man noch die Spuren der längst verschwundenen Fensterkreuze ahnen kann.
Die Ablaufvezierungen der Fenstergewände sind sehr verschiedenartig, von aufgerollten Blättern über kleine menschliche Köpfe bis zu liebevoll geschnitzten Blümchen hin.

Une maison typique
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Die wunderbaren Wendeltreppen

In den Treppentürmchen kann man zwei Arten von Wendeltreppen finden.
Die einen sind auf eine senkrechte Mittelaxe aufgebaut die anderen drehen sich um eine mittlere Spindel, und einige tragen eine innere, gedrehte und verzierte Treppenwange.
Auf der Unterseite der Treppenwange des Hauses «Waldner*», in der de Lattre de Tassigny-Straße, können Sie kleine Masken entdecken, die dieser Treppe einen besonderen Charme geben.
Viele dieser Treppenwangen enden in ihrem oberen Teil in einer reich verzierten Krone, die dem Durchmesser des zentralen Hohlraumes entspricht.
Die Anstiege dieser Treppenwangen sind alle verschieden.
In dem Treppentürmchen der Fabrikgasse (rue de la Fabrique) finden Sie einen Engelskopf, und ein anderes Türmchen baut sich wiederum an einer kleinen gewundenen Säule auf.
All diese Häuser sind Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut worden, selten vor 1575 und selten nach 1620.
Eine andere Eigentümlichkeit der Häuser in Soultz sind die Strebepfeiler, die als Stütze fast aller Fassaden dienen, besonders an den Ecken und auf beiden Seiten der Torbögen. Sie garantieren die Stabilität der Häuser, da durch den sehr feuchten und unbeständigen Untergrund ein tiefes Fundament nicht möglich war.

Die Geschichte entziffern

Unser Spaziergang geht weiter bis ans Ende der Schwesterngasse (rue des Sœurs), wo wir auf den ehemaligen Rundgang der inneren Stadtmauer stoßen. Auf dem Weg kommen wir am Erker des ehemaligen Sankt Michael-Hotels (1622) vorbei, und Sie können auf einer der beiden Tafeln leicht die Geschichte des Erkers entziffern.

Die Stadtmauer war stellenweise acht Meter hoch und man kann klar sehen, wo sie sich von dem letzten der kleinen niedrigen Häuschen loslöst.
Das Häuschen ist nur noch eine Ruine und wird aber scheinbar wieder aufleben.

Le mur d'enceinte
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Die Krone und Renaissance Giebel

Wir erreichen nun die Jean Jaurès-Straße, indem wir unter dem letzten den Rundweg überdachenden Häuser(die anderen sind schon längst verschwunden)durchgehen, weiter bis zum Hotel zur Krone, das leicht an seinem ausschweifenden Renaissancegiebel, seinem schmiedeeisernen Schild und seinem Erker zu erkennen ist, die weit in die Straße hinaus reichen.
Bemerkenswert ist im Innenhof auch ein wunderschöner Türrahmen, in dem Personen, ein Wappenschild mit Initialen und verschiedene andere Motive wie Masken und Akanthusblätten geschnitzt sind.

Die Winzerhäuser

Etwas weiter treten wir, nachdem uns sein Besitzer freundlicherweise eingeladen hat, durch den grossen Torbogen der Arbeitergasse N° 8 (rue des Ouvriers). Es ist der besterhaltenste Innenhof der Stadt. Wir stehen hier vor dem typischen Soultzener Winzerhaus mit einem Treppentürmchen, einem Torbogen, einem anmutigen Erker,den Nebengebäuden, die den Hof umfassen, der Hofgalerie mit einem gedrechselten Holzgeländer und natürlich den Stützpfosten mit den geschnitzten Akanthusblättern.


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Das 18. Jahrhundert

Verlassen wir nun den südlichen Teil der Stadtmauer, wo sich früher das Bollwillertor, auch Feldtor oder Fälltor genannt, erhob und mit seinem Doppeltor, der Zugbrücke und etwas weiter seinem «Grünen» Turm, der damals wahrscheinlich mit grünlackierten Ziegeln gedeckt war, die Stadt bewachte. Wir betreten nun die Tempelgasse, wo sich der heutzutage vielleicht etwas veraltete Charme unter den Farben des modernen Verputzes versteckt. Bemerkenswert ist ein Hofeingang dessen Torweg aus dem Jahre 1656 schräg errichtet wurde um in dieser engen Gasse die Durchfahrt der Fuhrwerke zu erleichtern.

Das Kennerauge kann die im Hofe sichtbaren Quader der Winkelketten erkennen, die die Vermutung zulassen, dass es sich hier um eines der befestigten Häuser des Mittelalters handelte. In der Goldgasse (rue d’Or) können wir, wenn wir Glück haben und das Tor offen steht, ein anmutiges Beispiel einer ganz anderen Baustilrichtung entdecken. Ein hübsches Herrenhaus des 18. Jahrhunderts, hufeisenförmig erbaut, ist mit Fenstern aus gewölbten Fensterstürzen und mit einer gebrochenen Doppelabdachung versehen.

Ein bewundernder Pierre Fresnay

Diese Epoche hat uns einige ähnliche Wohnsitze hinterlassen. Alle haben eins gemeinsam, die wunderbaren Eichentreppen mit ihren geschnitzten Holzgeländern. Eine der typischsten und schönsten finden Sie in der Korngasse N° 8 (rue des Blés). Die ehemaligen Besitzer erzählten uns gerne vom Besuch des Pierre Fresnay vor sehr, sehr langer Zeit, dem berühmten Filmregisseur und seiner unzertrennlichen Begleitung Yvonne Printemps, die bewundernd vor dieser Treppe standen. Beim Anblick dieser Treppe mit ihren Stufen aus rosafarbenem Sandstein, eingefasst in das aus schwerer, alter Eiche bestehende Treppengeländer, äußerten sie den Wunsch, hier eines Tages eine Szene in einem ihrer Filme zu drehen.

Aber schließen wir nun die ehrwürdige Eichentür deren feine Schreinerarbeit einen kurzen Anblick wert ist, und auf deren gehämmertem Türensturz man das für immer verlorene Motiv des Wappens nur noch ahnen kann. Verloren wie der Rest der Türen und der Holztäfelung dieses bemerkenswerten und imposanten bürgerlichen Wohnsitzes, kostbarer Zeuge einer Epoche, deren verlorenen Charme wir nur noch beklagen können.


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Die Festungspromenade: der Hexenturm

Verlassen wir nun den alten Hof der Kapelle, wo leider der verschwundene Schatten der niedlichen Zisterzienserkirche und ihres Glockenturmes nur noch ein Träumgebilde bleiben. Durch ihren Abbruch, in der Revolutionszeit, haben die alten klosterlichen Gebäude trotz ihres malerischen Ansehen, jegliche mönchische Würde verloren.

Trösten wir uns mit dem erbarmungswerten alten Kettenbrunnen, dessen Überreste die Jahreszahl 1575 tragen und sich einst stolz in der Mitte des Klosterhofes erhob. Etwas weiter entfernt können wir nun einen Blick auf die Festungspromenade werfen, einstiger Ringweg der die äußere Stadtmauer umlief. Im inneren Stadtgraben, zwischen den beiden Stadtmauern, in dem sich nun kleine Gärtchen aneinanderreihen, taucht der Stummel des ehemaligen Hexenturms auf, übrigbleibendes unteres Geschoß eines der eindrucksvollsten Wachtürme von Soultz , früher "Meggenhornes Vicchus" genannt.

Die Winzergasse (rue des Vignerons), die Zimmermanngasse (rue des Charpentiers) und die Webergasse (rue desTisserands), bieten uns keine neue Überraschungen außer ein paar lieblichen kleinen Häuschen oder kleinen vergessenen Innenhöfen, denen der Fortschritt noch eine kurze Galgenfrist gelassen hat.

Sprichwörter und Redensarten

Eines der grossen Bauwerke in der de Lattre de Tassigny- Straße wird von zwei Türmchen flankiert, eines massiv und kariert, das andere mit einer Renaissancetür, über der zwei Windhunde das Wappen der Waldner de Freundstein-Familie*, halten. Es ist datiert vom Jahre 1707.
Das Gebäude ist heute der Sitz der "Brigades Vertes*". Eine Inschrift, in gotischen Buchstaben in den Türensturz eingraviert, begrüßt den Besucher, und eine andere Inschrift auf der Hintertür gibt folgende Weisheit von sich :
Aller Menschen Muth, trachtet nur nach Zeitlichen Guth.
Und Wenn sie das erwerben, legen sie sich hin und Sterben.
Es gibt noch andere mit Inschriften versehenen Türen oder Torbögen in den Strassen unserer Stadt.Wir haben schon über die der Krone und die der de Waldner* berichtet.

Das Haus Horn etwas weiter unten in der Straße besitzt ebenfalls ein Treppentürmchen mit einer anderen der typischen Einrahmungen. In dieser kann man die Jahreszahl 1588 lesen. Sie ist ebenfalls mit Blattwerk und anderen Verzierungen dekoriert und hat noch folgende Inschrift :
DOMINUS CUSTODIAT INTROITUM ET EXITUM TUUM EX HOC NUNC ET USQUE IN SECULUM MDLXXXVIII.
Das Wappen in der Mitte des Türensturzes ist verwischt.

Ganz in der Nähe ist seit kurzem wieder ein schwerer, in einen Stein gehauenen Türensturz mit einem eleganten Wellenbogen zu sehen, der von den etwas verunglückten Umbauten des letzten Jahrhunderts jahrzehntelang verdeckt war und heute wieder von der früheren Qualität dieses Gebäudes Zeugnis ablegt.

Le blason des Waldner de Freundstein
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Betschwesternschaftshaus und Synagoge

Von der Metzgergasse (rue des Bouchers) aus führen einige Sandsteinstufen und ein steiler Anstieg zu einem Durchgang, über dem ein schweres ockerfarbenes Haus steht. Es ist das alte Betschwesternhaus, das direkt an die Stadtmauer gebaut wurde und, von Schießscharten durchbrochen, die ganze Länge der Nordwestpassage des Rundgangs überdeckt.
Die interessante Südfassade, die durch die im Jahre 1838 erbaute, heute aber verlassene Synagoge* versteckt wird, kann eine lange Reihe schöner Fenster mit Fensterkreuzen und eine andere Reihe mit vergitterten, intakten Fenstern vorweisen.
Das Innere des Gebäudes beherbergt einige Überraschungen wie die gemeisselten Ausschmückungen auf den stützenden Kragsteinen und eine Nische, die eine rätselhafte Konsole verwahrt.

Der aktuelle Bau ist auf das Jahr 1575 datiert, aber seine Fundamente gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Ein Tonnengewölbe überdeckt die zwei ältesten hinteren Keller.
Etwas tiefer kann man auf einer kleinen Brücke den Rimbach überschreiten. Links davon, etwas weiter entfernt, badet der Schatten eines zweiten unzerstörten, hufeisenplanigen Turmes der Stadtmauer im ungestümen Rimbach. Rechts, etwas weiter unten, sehen wir in der Stadtmauer eine spitzbögige verborgene Öffnung, die vier Jahrhunderte lang zugemauert war.
Dieser Durchgang führte damals zum Herrenschloss Bucheneck, zu dem wir nun gehen wollen.

Das alte Rathaus, das zum Jugend- und Kulturhaus wurde

Auf dem Weg dahin können wir uns darüber freuen, dass das ehemalige Cromer-Haus renoviert wurde.
Es ist leicht erkennbar an seinem zweistöckigen Erker, der, auf ausschweifenden Kragsteinen sitzend, gerade neben dem Eingangstor auf die Straße vorstößt.
Der Mühlenkanal fliesst unter dem Gebäude durch, und steinerne Waschsteine sind an seinem Ufer angebracht.

Gerade nebenan hat sich das alte Rathaus nach vielem hin und her in ein Jugend- und Kulturhaus* verwandelt. Die Fassaden haben in den oberen Etagen ihr ursprüngliches vorheriges Aussehen des 17. Jahrhunderts wiedergefunden, nachdem sie immer wieder, je nach den Bedürfnissen der verschiedenen Epochen verändert wurden. Und so war das Gebäude einmal Polizeiposten, Gefängnis, städtisches Bad, Kantonsgericht…

Die interessanten skulptierten Steine, die wiederverarbeitet im Mauerwerk gefunden wurden, zeugen von der Pracht des damaligen ersten Rathauses des 16. Jahrhunderts. Auf einer kleinen Säule sind folgende Worte eingemeißelt : 1547 ALS REGIERT KAISER KAROLUS
Und auf einem alten Fenstersturz steht die lakonische Inschrift: : Schick dich in die Zeit.

L'actuelle M.J.C.
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Le Bucheneck
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Vom befestigten bischöflichen Haus...

Nun haben wir das Schloss Bucheneck erreicht. Dieses eindrucksvolle Gebäude mit seinem rosafarbenen Sandverputz scheint sich, nachdem es jahrelang verwahrloste und dem Verfall preisgegeben war*, voll und ganz seiner heutigen stolzen, ja herrischen Erscheinung, die einer wahren historischen Zitadelle, bewusst zu sein.
Angenehme Spazierwege, mit knirschendem weissem Sand versehen, führen durch Rasenflächen und Blumenbeete, in denen hier und da ein alter Stein, Überlebender irgendeines Abrisses, einen Ruheplatz gefunden hat.

Ein Graben, der ehemalige Wassergraben, erinnert uns an die militärische Herkunft dieses Ortes und daran, das hier in der Nähe der Salzquelle, nicht weit entfernt von dem Ort, an dem später die erste Kirche erbaut wurde, zu Beginn des Mittelalters ein wichtiger zentraler Verteidigungspunkt der Stadt war. Der Schutzwall, der erst später erbaut wurde, lehnte sich an die Verteidigungsmauer des 13. Jahrhunderts an, die über den Rimbach hinausragt. Man kann noch einen Großteil dieser Wehr im Westen erkennen, da sie die Windung des Baches an dieser Stelle begleitet.

Die Zitadelle hat heute eine eher friedfertige Funktion. Sie beherbergt nun in ihren Mauern ein Museum mit sechs Ausstellungsniveaus, in dem die Erinnerungen an die Vergangenheit der Stadt wach gehalten werden. Eine Art illustriertes Geschichtsbuch, in dem sich der Besucher nicht ermattet, während er die Vielzahl der Treppen ersteigt, Türen öffnet und schließt, und dabei immer wieder interessante Entdeckungen macht.

...zum Heimatsmuseum

Das Untergeschoss mit den engen Öffnungen, die wenn nötig als Schießscharten dienen konnten, hinterlässt einen strengen, eher nüchternen Eindruck. Der große Saal in der ersten Etage hingegen badet im Licht, das die beträchtlich großen, mit Fensterbänken versehenen Fenster hereinlassen. Hier warten, ruhig und gelassen in ihren goldenen Rahmen, die Vorfahren einer der ältesten Familien der Region. Generationen von Grafen und Baronen der Familie von Waldner von Freundstein*.

Einige Stufen höher machen Sie Bekanntschaft mit einer anderen berühmten Soultzer Familie, die de Heeckeren d'Anthès*, die alle Kenner mit Alexandre Pouchkine in Verbindung bringen. Unter den alten einheimischen Familien, die die Geschichte unserer kleinen Stadt geschmiedet haben, ob Handwerker oder Künstler, Soldat oder Beamter, sind einige sehr berühmt geworden.
Einer der bekanntesten ist und bleibt wohl Robert Beltz*, der talentierte Illustrator fantastischer Geschichten.

Die zwei Niveaus des Dachstuhls halten auch einige Schätze und Überraschungen für Sie bereit, entdecken Sie sie…

Um dem geschichtlichen Hintergrund gerecht zu werden, dürfen wir nicht vergessen,dass die Zitadelle bis zu ihrem Verkauf 1792, während der französischen Revolution, Besitz der Herrenbischöfe von Straßburg war.

La salle des Waldner de Freundstein
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Johanniterkomturei...

In der nördlichen Vorstadt, jenseits des Rimbachs, haben sich die Ritter des Johanniterordens von Jerusalem* später Malteserorden genannt eingerichtet. Die Kommende, die sie erbauten und befestigten, ist im 16. und 17. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten des Elsasses geworden, denn selbst jene aus Colmar und Mülhausen waren ihr unterstellt. Schon 1234 wurde die erste Kapelle erbaut, wie Ausgrabungen bewiesen haben. Etwas später, im 14. Jahrhundert, wurde sie durch eine Kirche ersetzt, die von einer außergewöhnlichen Qualität gewesen sein muss, wie die Überreste beweisen, die man gefunden hat.
Man kann ihre Zerstörung um 1600, deren genaue Ursache auch heute noch nicht geklärt ist, nur bedauern. Mit dem Material dieser Kirche wurde anschließend die heutige Kapelle erbaut, die anscheinend dem Stil der Kirche nachvollzogen wurde.

Das Jahr 1774, das oft als Datum für den Erbau der Kapelle angegeben wird, entspricht wahrscheinlich einem wichtigen Umbau, bei dem das Dach tiefer gesetzt wurde und die Fenster mit Fensterstürzen im Stile des 18. Jahrhunderts versehen wurden. Eine flache Decke und der Anschluss der alleinstehenden Kapelle an das Hauptgebäude datierten wahrscheinlich ebenfalls aus dieser Zeit.

Die Gebäude der verschiedenen Epochen, wiedergefundene Zeichen und Markierungen, zwei rechtwinklige Türme, die eine Brücke beschützten, die über den Verteidigungsgraben geworfen werden konnte, die Schießscharten und noch viele andere Zeugnisse erinnern an die vergangene Geschichte des Ortes und zeugen von der Bedeutung und dem Einfluss, den die Komturei zu der damaligen Zeit hatte.
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...und ihr letzter Kommandeur

Der Freiherr Ferdinand von Hompesch* war der letzte Kommandeur in Soultz, bevor er zum Großmeister des Malteserordens ernannt wurde, wo er bald darauf als Machthaber des Ordens auf Malta das traurige Privileg hatte, die Insel an einen jungen, auf Eroberungen erpichten, von Ruhm und Macht träumenden General namens Napoleon Bonaparte übergeben zu müssen.

Durch die Wirren der Revolution von ihren Besitzungen vertrieben und ihres Hab und Guts beraubt konnten es die Mitglieder des Ordens nicht verhindern, dass ihr Besitz, Gebäude und Ländereien,als Nationalsgut an Privatleute verkauft wurde.

Die Stadt Soultz ist heute Eigentümerin der wichtigsten der hiesigen Besitzungen. Sie hat das Hauptgebäude aus dem13. und 14. Jahrhundert unter Berücksichtigung geschichtlich interessanter Elemente renoviert. Die Kapelle aus dem 18. Jahrhundert wurde ebenfals restauriert. Die Gesamtfläche all diser Gebäuden beherbergt heute das Spielzeugmuseum "La Nef des Jouets*" (das Spielzeugschiff) mit seiner ständigen Ausstellung.

Aber an der Decke der Kapelle wacht noch immer das ehrwürdige Malteserkreuz, das Wappen des Ordens, während auf dem Dachfirst ein eisengeschmiedetes achtspitziges Kreuz an die ehemalige Funktion des Gebäudes erinnert...


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Le château d'Anthès
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Vom Herrensitz zum Hotel

Auf der anderen Straßenseite erinnert der ehemalige Herrensitz der de Heeckeren d’Anthès inmitten jahrhundertealter Bäume an die Geschichte einer anderen Linie bekannter Männer, die sich vor allen Dingen als Schmiedemeister und Soldaten einen Namen machten. So wurde Georges Charles unglücklicherweise dadurch bekannt, dass er seinen Schwager Alexander Puschkin in einem Duell, das er nicht gesucht hatte, tötete.

Auf dem Nachbargelände, der heutigen Gendarmerie, wo früher der Obst- und Gemüsegarten der Familie lag steht alleine, unnütz, fast lächerlich, ein weiterer Stadtturm, letztes Überbleibsel eines Städtchens, stolz seiner vergangenen Zeiten, der Früchte seiner Erde und seines Rebberges, stolz auch der Anmut seiner Haüser und Gassen, und des immer entschlossenen Charakter seiner Söhne.

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Orginaltext (1980), aufgearbeitet (2002) von
Louis Wiederkehr, ehemaliger Vorsitzender der Amis du Vieux Soultz*
(Die Freunde des Alten Soultzes)
und übersetzt von Achim Trenkle.
* Dieser Link führt Sie auf eine (nicht übersetzte) französische Seite.
zuletzt geändert am : Monday, October 11, 2004 um 12:25 PM
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