Gewisse archäologische Funde belegen die Tatsache, dass Soultz schon seit der Urgeschichte besiedelt ist. Die Anwesenheit der Römer in der Nachbarschaft, in Host und in Schimmelrain, lassen die Annahme zu, dass sie sich ebenfalls an der Stelle des heutigen Soultz niedergelassen hatten.
667 n. Chr., die erste schriftliche Erwähnung: SULZA, salzige Quelle, als die Mark von Soultz von Adalric, Herzog vom Elsass und Vater der heiligen Odilie, dem Kloster von Ebersmunster geschenkt wurde.
Um 1015 n. Chr., der Bischof von Straßburg, Wernher von Habsburg übernimmt die Mark und vereinigt sie mit seinem Besitz in Rouffach. Das Lehensgut wird im Jahre 1118 der Gräfin von Eguisheim übertragen, 1254 an Wilhelm von Soultz und anschliessend an die Adligen von Pfaffenheim.
Im Jahre 1135 n. Chr. gründen die Benediktinermönche das Priorat von Thierenbach, das zusammen mit einem Teil der Dörfer Jungholtz und Wuenheim zu Soultz gehörte.
Am Anfang des 13. Jahrhunderts siedelten sich die Rittermönche des Souveränen Ritterordens vom Hospital des heiligen Johannes von Jerusalem, Rhodos und von Malta*, auf der Nordseite des Rimbachs, etwas außerhalb des Ortes an, und im Jahre 1234 weihten sie dort eine Kultstätte ein. Diese erste Kapelle wird im 14. Jahrhundert durch eine schöne gotische Kirche ersetzt, die wiederum im 17. Jahrhundert der heutigen Kapelle ihren Platz räumt. Zu dieser Zeit war Soultz eine der zehn wichtigsten Kommanderien des Elsass.
Um 1250 n. Chr. wird die erste Stadtmauer errichtet. Gleichzeitig erhält Soultz den Stadttitel und die damit verbundenen Freiheiten, wie die eigene Gerichtsbarkeit.
Im Jahre 1254 n. Chr. gründen die Benediktinermönche des Zisterzienserordens ein Kloster im damaligen Kapellenviertel und bauten ihre Kirche.
Im Jahre 1263 n. Chr. wird das Kranken- und Leprahaus, das außerhalb der Stadt liegt, mit einer Kapelle ausgestattet, die der Heiligen Margaritha gewidmet ist.
Zwischen 1322 und 1350 n. Chr. wüten mehrere Pestepidemien in der Stadt, und die von Hunger und Not gepeinigten Einwohner lassen ihre Wut und Hilflosigkeit an den jüdischen Mitbürgern aus.
Am 25. Januar 1338 kommt es gleichzeitig in Soultz und in Roufach zu einem Massaker an der jüdischen Bevölkerung.
Im Jahre 1489 n. Chr. wird das Gewölbe der Pfarrkirche fertiggestellt. Der Kirchturm bekommt erst im Jahre 1610 mit einer zweiten Etage und einem spitzen Dach sein heutiges Aussehen.
Im Jahre 1525 n. Chr. bricht der Bauernkrieg aus. Mit Hilfe und dem Einverständnis des Bürgertums dringen die rustauds, die Bauerntölpel, in die Stadt ein, wo sie hauptsächlich die religiösen Einrichtungen plündern.
Im gleichen Jahr baut die Brüderschaft des Heiligen Sebastian eine Kapelle in der heutigen Kirchstraße.
Die Periode zwischen 1570 und 1620 ist die Blütezeit der Stadt. In dieser Epoche wird die Mehrzahl der schönen Bürgerhäuser gebaut, die auch heute noch die Stadt schmücken.
1633 und 1634 sind die Schreckensjahre des dreißigjährigen Krieges, in denen Pest und Hungerepidemien wüten. Die Stadt, fast ausgestorben, wird am 4. Februar 1634 von österreichischen Truppen geplündert.
24. Oktober 1648, der «Westfälische Friede», der langerhoffte Vertrag, der das Ende des Krieges bedeutet. Damit wird das Elsass etappenweise französisch, Soultz wird allerdings erst im Jahre 1681 ins Königreich integriert.
Im Jahre 1651 n. Chr. wird die Kapelle der Kapuzinermönche, die sich schon seit 1632 außerhalb der Stadtmauern (beim heutigen Krankenhaus) eingerichtet haben, fertiggestellt.
Im Jahre 1652 n. Chr. wird ein Angriff der «Lothringer» von der städtischen Bürgerwehr zurückgeworfen.
Nach all den Prüfungen dieser schwierigen Kriegszeiten ist die Stadt völlig ausgeblutet, wird jedoch langsam, vor allen Dingen durch den Zustrom aus den schweizerischen Kantonen wieder bevölkert.
Im Jahre 1789 wird die Revolution mit ihren vielen Versprechungen in Soultz zuerst willkommen geheißen. Aber schon bald stösst sie auf Abneigung. Dafür sind der Terror und die antiklerikalen Maßnahmen verantwortlich, da sie vor allen Dingen, wie die «Nationalisierung» der Kommanderie und des Besitzes der Zisterzienser- und Kapuzinermönche beweisen, nur dem Bürgertum nutzen, und das einfache Volk dabei bewusst übersehen wird.
Zwischen 1798 und 1802, wird Soultz kurzzeitig der Sitz des ebenso kurzlebigen Erzbischofstums des Oberrheins, und zwar dadurch, dass Berdolet, der spätere Bischof von Aachen, sich hier ansiedelte.
Er war ein konstitutioneller Bischof, das heisst, einer der Treue auf die Republik geschworen hatte und sich dadurch von Rom abtrennte.
Im Jahre 1856 wird die ganze Innenstadt um den Markt- und Kirchplatz verändert. de Heeckeren*, Oberbürgermeister und Senator, lässt einen ganzen Stadtteil niederreißen und baut die neue Kornhalle, das heutige Rathaus.
Nach dem Krieg von 1870, wird das Elsass, und damit auch Soultz, ins deutsche Reich eingegliedert. Es gibt ein kurzes Scharmützel mit Freischärlern, woraufhin der Bürgermeister, Doktor West, der sich nicht mit der neuen Situation abfinden will, Selbstmord begeht.
Im Jahre 1880 hat Soultz eine Einwohnerzahl von 4600 Seelen (vier Mal soviel wie im 17. Jahrhundert). Die Handwerker-, Seiler- und Spinnerwerkstätten vergrössern sich, und schließlich entstehen die ersten Fabriken. Der Telegraf und das Telefon ziehen in Soultz ein.
Im Jahre 1898 bekommt Soultz sein Wassernetz, und jeder Haushalt kann nun über fließendes Wasser verfügen.
Zwischen 1914 und 1918 leidet Soultz schwer unter den mörderischen Kämpfen auf dem Hartmannswillerkopf. Im Jahre 1917 überlegt man sich sogar, die Stadt zu evakuieren.
Am 17. Februar 1918 ziehen die französischen Truppen in Soultz ein. Das Elsass ist wieder französisch.
Im Jahre 1932 wird Soultz schwer von der Wirtschaftskrise getroffen. Wegen hunderten von Arbeitslosen sind die Stadtkassen leer.
Zwischen 1940 und 1945 wird Soultz immer wieder bombardiert, und viele Zivil- und Militäropfer sind zu beklagen. Das Elsass wird wieder von Deutschland annektiert.
Am 4. Februar 1945 wird Soultz von der 4. DMM unter dem Kommandanten Bastiani befreit.
Im Jahre 1977 kauft die Stadt das Schloss Bucheneck und baut es zu einem Heimatmuseum aus.